Pfarrkirche St. Johannes der Täufer Bodenkirchen

Patrozinium: 24. Juni

 

Die Pfarrkirche St. Johannes der Täufer in Bodenkirchen wurde um 1500 im spätgotischen Stil erbaut.

Der Chor ist eingezogen, hat zwei Joche und wird von drei Achteckseiten abgeschlossen. Das Langhaus besitzt drei Joche, an die sich der Westturm anfügt. Der Turm hat fünf Geschosse von ungleicher Höhe. Dieser charakteristische Aufbau in fünf Geschossen könnte als ein bildhafter Ausdruck für die fünf Bücher des Moses aus dem Alten Testament zu verstehen und zu deuten sein. An Stelle des früheren Satteldaches weist ein neugotischer Spitzhelm in die Höhe. Der Turm dürfte wohl das älteste Bauteil der Kirche sein, er geht vielleicht sogar in die romanische Zeit zurück. Drei Glocken (eine von 1877, die anderen von 1949) rufen von ihm herab zu Gebet und Gottesdienst. Die neugotischen Altäre und Figuren wurden im Zusammenhang mit dem Erweiterungsbau leider völlig entfernt und verkauft.

Nachdem bereits 1962 mit der Friedhofserweiterung begonnen wurde, hat die damalige Kirchenverwaltung im Januar 1964 die Erweiterung der Pfarrkirche nach Norden hin beschlossen. Unter der Leitung von Pfarrer Franz Pickl wurde die Pfarrkirche umgebaut und großzügig erweitert.

Nach Plänen von Architekt Haindl, dessen künstlerische Idee sich durch den alttestamentlichen Gedanken vom „Zelt Gottes unter den Menschen“ leiten ließ, entstand ein harmonischer Erweiterungsbau. Der alte Kirchenraum wurde dabei durch die Entfernung der Nordwände in die neue Bau- und Raumgestaltung miteinbezogen. Große, seitlich hoch angesetzte, in gotischen Spitzen ausschwingende Fenster ergeben einen schönen sakralen Raum. Dabei wurde Wert gelegt auf Nüchternheit bei klaren Formen, auf Sparsamkeit in der Ausstattung, sowie auf die Beschränkung auf Wesentliches.

Die Innenausstattung hat Hans Wurmer aus Hausen bei Kelheim geschaffen. Altar und Ambo, wie auch die Muttergottesfigur sind aus Kelheimer Marmor entstanden. Von ihm stammen auch die gut gelungenen Kreuzwegstationen, die im Jahr 1979 angebracht wurden, sowie die Bronzerelieftafel mit Darstellung der Taufe Jesu, die am Eingang zum Vorplatz der Kirche zu finden ist.

Im März 1967 konnte der Regensburger Weihbischof Josef Hiltl die festliche Einweihung vollziehen. Im Jahr 1991/1992 musste eine Betonsanierung im Außen-bereich durchgeführt werden. Die alte Kirche und der Turm wurden ebenfalls außen renoviert.

Nach zweijähriger Planungszeit unter der Leitung von Pfarrer Clemens Voss und Architekt Franz Steinberger wurde im April 2011 mit der umfassenden Innenrenovierung der Pfarrkirche begonnen. Im Zentrum stand eine Neuordnung, die im Wesentlichen die Errichtung einer neuen Empore und die Umgestaltung des gotischen Chors zu einer Werktagskapelle umfasste. Hier wurde eine neue, zeitgemäße Gestaltung gewählt. Der Altar, Ambo und Vorsitz der Werktagskapelle besteht aus dunkel patinierten Bronzeplatten. Das Gestühl in dunkel gebeizter Eiche erzeugt eine homogene Wirkung. Räumlich ist die Werktagskapelle mit einem zweiteiligen goldfarben glänzenden Messinggewebe von der Hauptkirche getrennt. Der Zugang erfolgt über das Langhaus, in dem der historische Taufstein im Achsenkreuz der beiden Kirchenräume steht. Damit wurde zugleich ein neuer, würdiger Raum für die Taufe geschaffen. Das gleiche Messinggewebe, auf dem das große bronzene Kreuz befestigt ist, findet sich auch an der Rückwand des Altarraums der Hauptkirche wieder. Des Weiteren wurden alle technischen  Installationen erneuert. So wurde unter jede Bankreihe eine Sitzbankheizung eingebaut, die Sakristei vergrößert und eine Toilette errichtet. Wo bisher die Ölheizung war, wurde ein großzügiger Beichtraum neu geschaffen.

Am 18. März 2012 feierte Bischof Gerhard Ludwig einen festlichen Pontifikalgottesdienst, segnete dabei Altar und Ambo in der neu gestalteten Werktagskapelle und übergab sie seiner Bestimmung.